andrixyblog

Thursday, August 04, 2005

Seneca

Habe heute im Karriereteil des Tagesspiegels ein Zitat von Seneca gelesen:

"Unzufriedenheit entsteht immer aus ängstlichen und nicht befriedigten Begierden. Dort, wo wir entweder nicht wagen, was wir wünschen, oder es nicht erreichen, aber weiter davon träumen."

Eigentlich geht es in dem Artikel um geplagte Manager, die unzufrieden und überfordert sind und auch manchmal unangenehme Arbeiten tun müssen (z.B Leute entlassen) und darum, wie sich fast jede mittlere Führungskraft einen persönlichen "Psychoguru" leistet oder mitunter auch mal den einen oder anderen Klassiker zur Hilfe nimmt.

Im Zusammenhang mit Ratschlägen für überforderte Managern, die gar unfreiwillig auf einem Posten sitzen, wird auf folgende Schlussfolgerungen Senecas verwiesen:

"Es ist zu erwägen, ob sich die eigene Natur für das Geschäftsleben oder eher für ein ruhiges Studium und zum Nachdenken eignet. Jeder sollte sich in die Richtung neigen, in die ihn die Kraft des Talents führt. Das eigene Wirken sollte keine Last sein, sondern Kraft spenden. Nur dann lohnt es sich, Lebenszeit in Arbeitszeit zu verwandeln."

Was bedeutet das aber für "normale" Menschen sprich Nicht-Manager? Gibt es nicht auch dort Jobs, die in keinster Weise Kraft spenden? Eher Kraft rauben, so richtig komme ich mit Seneca nicht weiter, auch wenn er ein alter Klassiker war. Im Artikel steht er ist in Ungnade gefallen und wurde später zum Selbstmord gezwungen. Also irgendwie waren die Zeiten damals auch nicht rosiger.

Dafür ist es aber mein neuer Blog...